Schwierige Gedanken

Warum ICH?

Diese Frage habe ich mir schon so oft gestellt. Und ich denke, du dir bestimmt auch. Es ist so unfair. Warum muss MIR immer alles blöde passieren? Warum geht es mir schlecht? Warum.Warum.Warum.

Es tut mir Leid, aber es gibt auf diese Fragen keine zufriedenstellende Antwort. Es klingt wirklich blöd und klischee, aber du musst lernen damit zurecht zu kommen, die Frage nach dem Warum hilft nicht.

Was hilft dann?

Akzeptanz. Das war die Antwort meiner Ärzten, meiner Therapeutin und aller die ich gefragt hatte. Aber wie geht das mit der Akzeptanz? Das konnte mir keiner zufriendenstellend beantworten. Mittlerweile habe ich mich einigermaßen zurecht gefunden und kann dir sagen, was mir geholfen hat.

Akzeptanz

Das wichtigste ist zu verstehen, dass es immer gute und schlechte Tage geben wird. Aber je länger du mit der Krankheit lebst, je mehr du lernst und auf deinen Körper hörst, desto einfacher wird es. Nach fast 5 Jahren weiß ich was meinem Körper gut tut und was nicht. Ich weiß was ich kann und was nicht. Ich weiß wie ich reagieren muss auf die verschiedenen Beschwerden die mein Körper bringt. Und immernoch gibt es schwierige Tage. Tage an denen ich weinend in den Armen meines Partners liege und frage:“warum ICH?“. Es ist unfair und beschissen, aber ich bin an guten Tagen froh, dass ich soviel über meinen Körper lernen durfte. Dass ich mich so gut kenne.

Wenn du neu mit der Krankheit bist möchte ich dir keine Angst machen. Aber ich will, dass du vorbereitet bist. Du kannst das. Du bist stark. Und auch wenn du denkst du bist es nicht, es gibt wieder andere Tage, bessere Tage. Und irgendwann kannst du zurück blicken und sagen, dass du doch stark warst.

Meine Tipps

Was mir bei der Reise in Richtung Akzeptanz sehr geholfen hat, ist mich so zu behandeln, wie ich eine gute Freundin oder meinen Partner behandeln würde. Komplett mit Selbstgespräch und Bauch streicheln. Stell dir vor, dein Partner hat krasse Schmerzen und du schreist nur:“ Warum duuuuuu?? Du bist so ein toller Mensch, aber warum ist das Schicksal so gemein zu dir? Du armer, armer Mensch. Das ist doch alles unfair!!!!“ Klingt komisch und ist auch nicht hilfreich. Warum also sollte man das zu sich selber sagen? Überlege dir, was du zu deinem Freund sagen würdest. Meine Sätze die ich in solchen Situationen zu mir sage sind zum Beispiel:

  • Tief durchatmen
  • Du bist stark, du schaffst das!
  • Keine Panik, du kannst das!
  • Das ist nicht das erste Mal und du wirst mit jedem Mal stärker
  • Alles wird gut, das geht wieder vorbei (bei starken Krämpfen)
  • Du darfst weinen !
  • Komm, wir machen einen Tee/ Wärmflasche/ holen das TENS Gerät/Medis
  • Was würde dir jetzt gut tun?
  • Willst du ein Katzenvideo anschauen?

Wie bei allem war auch das ein hartes Stück Arbeit, bis ich diese Gedanken automatisiert hatte. Aber es ist möglich! Schreibe dir für den Anfang eine Liste und lies sie dir öfters vor, auch wenn es gerade ok ist. Dadurch übt dein Gehirn.

Zum Schluss

Akzeptanz braucht Zeit. Selbstliebe braucht Zeit. Alles braucht Zeit! Nimm dir die Zeit um dich selbst kennen und lieben zu lernen. Du bist es wert! Du kannst stolz auf dich sein!

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