Diagnose Endometriose! Und jetzt?

Vermutlich hattest du schon vor der OP den Verdacht, dass es Endometriose sein könnte und hast dich schon ein wenig schlau gemacht. Aber jetzt ist es das wirklich?! Der Arzt hat dir gerade mitgeteilt, dass du eine chronische Erkrankung hast. Das ist nicht einfach zu verdauen. Aber bevor du in die dunkle Spirale kommst, was das alles negatives für dein Leben bedeutet, lass mich dir eins sagen:

DIE DIAGNOSE ÄNDERT NICHT ALES AN DEINEM LEBEN!

Du hast davor schon mit den Schmerzen gelebt. Die Ärzte haben während der OP die Herde so gut wie möglich entfernt, damit hast du jetzt (hoffentlich) weniger Symptome! Die Schmerzen haben jetzt einen Namen. Die bekommst mehr Hilfe mit deinen Schmerzen, zum Beispiel:

  • Physiotherapie
  • Ostheopathie
  • Ernährungsberatung
  • Reha
  • Psychotherapie
  • Rezepte mit Schmerzmittel
  • Akupunktur

Diese Dinge werden dir mit den Schmerzen helfen. Natürlich wünscht sich jede Betroffene, diese Dinge nicht zu brauchen, aber du lebst in einer Zeit, in der dir geholfen werden kann. Vor nur 50 Jahren sah das nämlich ganz anders aus.

Noch viel wichtiger; du bist nicht allein! Die Welt ist vernetzter, offner, toleranter. Du kannst dich mit anderen austauschen, neue Dinge ausprobieren und dich mit deinem Körper auseinander setzen.

Meine Pluspunkte

Man kann nicht bei allem etwas positives finden. Objektiv gesehen ist Endo auch einfach Scheiße. Keiner will Schmerzen, keiner will Events absagen weil es einem schlecht geht. Trotzdem habe ich für mich ein paar Punkte gefunden, bei denen ich tatsächlich dankbar bin. Vielleicht findest du in der Aufzählung kleine Lichtblicke für dich.

  • Ich bin achtsamer geworden
  • Ich achte mehr auf meine Ernährung
  • Ich vermeide Stress viel mehr als davor
  • Ich habe viele neue und tolle Menschen kennenlernen dürfen, in Reha und Selbsthilfegruppen, und ein paar darf ich sogar meine Freunde nennen
  • Ich habe ein großes Wissen über mich, wie mein Körper funktioniert, meine Hormone und meine generelle Gesundheit
  • Ich bin dankbarer für die guten Momente und genieße es mehr

Ich möchte dir aber auch sagen, dass ich die Diagnose nun seit 5 Jahren habe. Es war ein sehr langer und schwieriger Weg und akzeptiert habe ich es (nur) zu 80%. Natürlich ist es Scheiße. Aber ich wehre mich nicht mehr dagegen. Wenn Schmerzen oder andere Symptome kommen, weiß ich was ich tun muss und welche Tools und Medis mir helfen. Finde heraus was dir hilft und schreibe es auf. Dann hast du eine Referenz wenn es ganz schlimm wird.

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